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Alumni-Vereinigung stärkt Katholisch-Theologische Fakultät


Interview der Sonntagszeitung mit dem Vorsitzenden der Alumni-Vereinigung Dr. Georg Simnacher und Dekan Prof. Dr. Franz Sedlmeier.

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Setzen sich für die Alumni-Vereinigung ein: Professor Franz Sedlmeier, Dekan der Katholisch-Theologischen-Fakultät der Universität Augsburg (links), und Bezirkstagspräsident a. D. Georg Simnacher, Vorsitzender der Alumni-Vereinigung.    Foto: kthf

AUGSBURG - Vergangenes Jahr wurde die Alumni-Vereinigung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg gegründet. Die SonntagsZeitung sprach mit dem Vorsitzenden des Vereins, Bezirkstags­präsident a. D. Dr. Georg Simnacher, und mit dem Dekan der Fakultät, Professor Franz Sedlmeier, über die Entwicklung und die Ziele der Ver­einigung:

Welchen Zweck hat die Alumni-Vereinigung der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Augs­burg?

Simnacher: Die Alumni-Vereinigung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg hat den Zweck, Forschung und Lehre in der katholischen Theologie an der Universität Augsburg auch durch interdisziplinäre und ökumenische Forschungsaufträge zu fördern und den Kontakt zwischen den Absolventen und ihrer Fakultät durch ein bewusstes Weiterbildungsprogramm zu stärken. Der Wissenstransfer zwischen Theorie und Praxis und die Unterstützung theologischer Forschung und des Lehrangebots der Fakultätstehen im Mittelpunkt.

Können Sie prominente Mitglieder nennen, die der Alumni-Vereinigung beigetreten sind?

Sedlmeier: Zum Beispiel Bischof Walter Mixa. Es freut uns sehr, dass unser neuer Bischof durch seinen Beitritt öffentlich zum Ausdruck gebracht hat, wie sehr ihm die Zukunft der Katholisch-Theologischen Fakultät am Herzen liegt. Dem Beispiel des Diözesanbischofs folgend ist auch Weihbischof Anton Losinger unserer Vereinigung beigetreten. Generalvikar Prälat Josef Heigl, der Regens der Priesterseminars, Christian Hartl, und sein Vorgänger Bernhard Ehler gehören sogar zu den Gründungsmitgliedern unserer Vereinigung, ebenfalls die Domkapitulare Wolfgang Hacker und Bertram Meier. Der ehemalige Bezirkstagspräsident Georg Simnacher war bereit, den Vorsitz in unserer Vereinigung zu übernehmen, Staatsminister Josef Miller ist prominentes Mitglied der Staatsregierung, Johannes Hintersberger, Mitglied des Landtages, ist zugleich Mitglied unserer Vereinigung. Emeritierte wie pensionierte Professoren und zahlreiche aktive Mitglieder der Fakultät sind unserer Vereinigung beigetreten und unterstützen sie tatkräftig.

Wie viele Mitglieder sind bereits beigetreten und welche Mitgliederentwick­lung stellen Sie sich im Idealfall vor?

Simnacher: Die Werbung für eine Mitgliedschaft in der Alumni-Vereinigung konnte guten Gewissens erst aufgenommen werden, nachdem der Verein vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt war. Seither beschränkte sich die Werbung bislang noch auf „Flüsterpropaganda". Erst im Jahre 2006 wollten wir intensiver um Mitglieder werben. Immerhin dürfen wir uns schon auf Anhieb über 40 meist prominente Mitglieder freuen. Für die Zukunft stellen wir uns eine möglichst breite Verankerung in der Gesellschaft mit vielen Mitgliedern aus allen Regionen der Diözese Augsburg vor. Je mehr Mitglieder die Vereinigung haben wird, umso größer ist ihre Fördermöglichkeit für Lehre und Forschung in Augsburg. Mittlerweile hat der Verein im Ringen um den Erhalt der Theologischen Fakultät an der Universität Augsburg unvermittelt eine neue Aufgabe bekommen. Jeder, dem die Fortsetzung der mehr als 450-jährigen Dillinger-Augsburger Universitätstheologie auch in der Zukunft ein Anliegen ist, sollte der Vereinigung beitreten. Dann sind wir ein kräftiges Sprachrohr für wichtige zukunftsgerechte Universitätsressourcen.

Ist der Austausch der Mitglieder untereinander gewährleistet - gibt es regelmäßige Treffen oder Vereinsnachrichten?

Sedlmeier: Zunächst gilt es, den Stamm von Mitgliedern noch weiter aufzubauen. Selbstverständlich sind dann in einem zweiten Schritt die Kommunikation und der Informationsfluss zu fördern. Dies kann geschehen durch regelmäßige Rundbriefe beziehungsweise durch Newsletter via Internet. Schon jetzt können Interessenten die Homepage unserer Fakultät besuchen und sich über aktuelle Ereignisse an der Fakultät informieren. Einmal im Jahr soll eine Mitgliederversammlung stattfinden, vermutlich zum Abschluss des Studienjahres und in Verbindung mit der Examensfeier, bei der unsere Absolventinnen und Absolventen im Rahmen einer akademischen Feierstunde von der Fakultät verabschiedet werden. Die Mitglieder sollen auch regelmäßig über die Aktivitäten der Fakultät informiert und zu besonderen Höhepunkten im Leben der Fakultät eingeladen werden, wie zum Beispiel zur Verleihung der Ehrenpromotion an Professor Andrea Riccardi, Gründer der Gemeinschaft San' Egidio im vergangenen Studienjahr, zur Gründung eines Stiftungslehrstuhls „Theologie des geistlichen Lebens" und zu Fortbildungsveranstaltungen. Die konkrete Ausgestaltung des Austausches und die rechte Art der Kommunikation gilt es jedoch gemeinsam mit unseren Mitgliedern zu finden.

Wer kann beitreten und wie sehen die Formalitäten aus, die vor dem Beitritt stehen?

Simnacher: Jeder, der der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg und ihrer theologischen Lehre in besonderer Weise verbunden ist, kann Mitglied werden. Es genügt eine schlichte Beitrittserklärung an die „Alumni-Vereinigung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg", zu Händen des ersten Vorsitzenden Georg Simnacher, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg. Über den Beitrittsantrag entscheidet unkompliziert der Vorstand des Vereins. Die Mitgliedsbeiträge sind bewusst gering gehalten, um eine breite Streuung der Vereinsmitglieder zu erreichen. Sie betragen jährlich 25 Euro für nichtstudierende Mitglieder, 10 Euro für Studierende und 100 Euro für Institutionen und Firmen.

Wie profitiert die Katholisch-Theologische Fakultät von der Alumni-Vereinigung? Was hat ein Student davon, wenn er beitritt?

Sedlmeier: Die Fakultät profitiert ideell und materiell. Ideell, um im Wettbewerb der Weltanschauungen von heute bestehen zu können, sind wir als Fakultät darauf angewiesen, dass unsere Arbeit und die Werte von Theologie und Kirche in der Gesellschaft vertreten werden. Die Mitglieder der Alumni-Vereinigung sind für uns Anwälte unserer Anliegen in der Öffentlichkeit, besonders in der Region von Bayerisch-Schwaben. Vielen wachsamen Zeitgenossen ist bewusst, welch herben Verlust es bedeuten würde, wenn die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Augsburg nicht mehr existieren würde. Materiell: Natürlich hoffen wir auch auf finanzielle Unterstützung. Dies geschieht durch Mitgliedsbeiträge, aber auch durch zusätzliche Spenden, die uns ermöglichen, über die Region hinaus wirksam zu sein und interdisziplinäre und internationale Aktivitäten zu entfalten. Die Alumni-Vereinigung ist nicht zuerst für Studierende, sondern vor allem für ehemalige Studentinnen und Studenten gedacht. Auch diese haben einen Nutzen von Alumni. Wir leben heute in einer Zeit, in der Fort- und Weiterbildung unerlässlich geworden sind, um auf der Höhe der Zeit zu sein und zu bleiben. Die Alumni-Vereinigung leistet hierzu einen wertvollen Beitrag. Letztlich gewinnen alle von der Alumni-Vereinigung: die Fakultät und die Mitglieder. So soll es auch sein!

Welche Aufgaben haben Sie, Herr Simnacher, als erster Vorsitzender der Vereinigung?

Simnacher: Zunächst ist meine Aufgabe als erster Vorsitzender den Verein auf die Höhe zu bringen. Dazu interessiere ich mich für das interfakultative, möglichst Augsburg-spezifische Lehr- und Forschungsangebot der theologischen Fakultät. Als Politiker werde ich alles für den Erhalt der bayerisch­schwäbischen Theologieforschung und deren Lehre tun, auch im Hinblick auf den Schwerpunkt „Lehrerbildung" an der Universität Augsburg. Als „Schwabenpolitiker", der seinem Dillinger Gymnasium bis heute verbunden blieb, ist es mir ein zentrales Anliegen, dass 450 Jahre Theologen- und Priesterausbildung in Dillingen und Augsburg mit ihren exzellenten Lehrern und Professoren nicht der Modernität geopfert werden darf, sondern eine Zukunft haben muss. Mit Papst Benedikt XVI. bin ich der Meinung, dass es einer Formung der Jugend für ihre Zukunft „nicht bloß nach technokratisch-ökonomischen Maßstäben bedarf, sondern auch durch jenes geistige Erbe, das durch die Namen Athen, Jerusalem und Rom charakterisiert wird". Die wichtigsten zeitnotwendigen Fragen in Naturwissenschaften und Globalisierung sind die der Ethik und der Theologie geworden.

Interview: Gerhard Bück, Barbara Lang

Weitere Informationen über die Alumni-Vereinigung der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg gibt es im Internet unter www.kthf.uni-augsburg.de/de/alumni.

Artikel erschienen in: Katholische Sonntagszeitung, 61. Jg., 28./29. Januar 2006, Nr.4.

Meldung vom 31.01.2006