Sie verrichteten ihre Gebete dort, hielten das Freitagsgebet dort ab und brachten auch ihren Kindern den Quran und das Leben nach islamischen Regeln bei. Sie hatten mit den deutschen Bürgern nichts zu tun und auch die deutschen Bürger hatten nichts mit ihnen zu tun - sie waren ”GASTARBEITER”.
Aber dann passierte etwas anderes. Es war in den 90er Jahren. Sie hatten gemerkt, daß Sie nicht mehr zurückgehen werden. So fingen die Probleme und auch gegenseitige Interessen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen an. In diesen Jahren vollzog sich bei den hier lebenden muslimischen Familien ein Wandel.
Viele Muslime bauen vermehrt ihre Existenz in Deutschland auf und wollen auch in absehbarer Zeit wie oben angedeutet, nicht mehr in ihre Herkunftsländer zurückkehren. Dies resultiert unter anderem aus der Erkenntnis, daß man Teil der deutschen Gesellschaft ist und sich nicht mehr auf das Leben in der ursprünglichen Heimat einstellen kann.
Diese positive Entwicklung führte dazu, daß heute die jeweiligen Gemeinden des Verbandes der Islamischen Kulturzentren ihre Einrichtungen nicht mehr anmieten, sondern nach Möglichkeit käuflich erwerben. Bereits angemietete Moscheen werden erworben und renoviert. Somit setzt der VIKZ ein Zeichen für eine dauerhafte Präsenz der Muslime in Deutschland.
Der Verband der Islamischen Kulturzentren ist der erste Gemeindeverband unter den türkischen Arbeitsimmigranten, der in der Bundesrepublik Deutschland geformt wurde. Er umfaßt heute etwa 300 Gemeinden in ganz Deutschland.
Der Verband hatte sich bereits im Jahre 1985 zur Mitarbeit bei den christlich-islamischen Begegnungen auf den Kirchentagen entschlossen und versucht das Gespräch mit den deutschen Mitbürgern durch Tage der Offenen Türe und gezielte Einladungen zur Teilnahme am abendlichen Fastenbrechen im Ramadan weiterzuführen.
Vor allem bildet der VIKZ seine Gemeindeleiter und Imame bewußt auf die Lage der Muslime in Deutschland hin aus und gewinnt Jugendliche, die hier aufwachsen. Die Imame sprechen also die deutsche Sprache und kennen die Probleme der Jugendlichen, weil sie auch hier in Deutschland aufgewachsen sind.
Zum Schluß meines Referates würde ich auch gerne auf die speziellen Probleme zurückgreifen. Fangen wir mal mit dem dringendsten an: die Sprache, das System (Staatssystem, Schulsystem,...), der Islamunterricht in den Schulen, die Offizielle Anerkennung des Islam als eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, Gebetsräume im Krankenhaus, Flughafen, JVA, u.s.w.