Koran 2,62: “Diejenigen, die glauben, und diejenigen, die Juden sind, und die Christen und die Sabier (eine Täufersekte), die an Gott und den Jüngsten Tag glauben und Gutes tun, erhalten ihren Lohn bei ihrem Herrn, sie haben nichts zu befürchten, und sie werden nicht traurig sein.”
Der armenische Patriarch Mutafyan:
“Es gibt in jedem Land Minderheitenprobleme. Aber die sollten wir nicht groß herausheben. Es ist nie klug, Schwierigkeiten zu betonen. Ich denke aufgrund meiner eigenen Erfahrung, dass es besser ist, freundliche und friedliche Beziehungen zu pflegen und zu versuchen, Dinge soweit es geht, vor Ort zu regeln, möglichst friedlich und mit möglichst wenig Lärm.”
Dr. Georg Stoll:
“Nachdem der 1923 unterzeichnete Vertrag von Lausanne die religiösen Minderheiten in der Türkei - Aleviten und Yeziden, Juden und Christen - in der laizistischen Republik Atatürks zu schützen bestrebt war, haben sowohl die Verfassungstheorie als auch die Regierungspolitik de facto zu einer weitgehenden Rechtlosigkeit dieser Minderheiten im Land geführt. Neben der Einschränkung der Schutzwürdigkeit nichtsunnitischer Minderheiten und der Reislamisierung staatlicher Einrichtungen ist vor allem die Umwandlung des Diyanet von einer der Sicherung des Laizismus verpflichteten Behörde in eine reine Schutzinstanz des Islam zu nennen, ein Schritt, der sehr wohl mit der wachsenden Zahl von Übergriffen gegenüber den genannten Minderheiten wie Unterrichtsverbot und Zwangsverwaltung von Kirchenvermögen, aber auch mit der Weigerung der Regierung korrespondiert, eine offene Debatte über die Rechte von Minderheiten im Land zu führen.”