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Kommentierung der Johannesbriefe in der Reihe Theologischer Kommentar zum Neuen Testament (hg. E.W. Stegemann, A. Strotmann und K. Wengst; Kohlhammer Verlag, Stuttgart)


Das Spezifikum der Reihe Theologischer Kommentar zum Neuen Testament besteht darin, dass verstärkt die im christlich-jüdischen Gespräch behandelten Themen, der feministisch-theologische Diskurs sowie sozialgeschichtliche Fragestellungen aufgenommen werden. Gerade für das Verständnis der drei Johannesbriefe, hinter denen, wie 2/3 Joh noch deutlich erkennen lassen, Konflikte um die Autorität innerhalb verschiedener Hausgemeinden stehen, spielen die sozialgeschichtlichen Verhältnisse eine wesentliche Rolle. Es ist zu untersuchen, inwiefern Konventionen antiker Gastfreundschaft als Hintergrund und Voraussetzung der Konfliktlage in den Johannesbriefen einflussreich waren. In Frage steht weiter, wo das jüdische Profil dieser Schreiben wahrgenommen werden kann und inwiefern es die Konfliktlage bestimmt oder beeinflusst. Es ist insbesondere auf polemische Bezüge auf die nicht an Jesus als Messias glaubende jüdische Mehrheit zu achten, die in der christlichen Rezeption das Bild des Judentums durch die Geschichte hindurch mit verhängnisvollen Wirkungen bis in die Gegenwart bestimmten. Ebenso sind Texte, die patriarchale und frauenfeindliche Strukturen legitimieren, kritisch anzufragen. Feministisch-theologische und geschlechterbewusste Forschungen haben innovative hermeneutische Zugänge zur Bibel entwickelt, die das befreiende Potenzial neutestamentlicher Traditionen für alle Geschlechter aufzeigen. Dieses Potenzial will der Kommentar sichtbar machen.