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Besuch in der Römischen Kurie


 

Dem Papst als Leiter der Gesamtkirche ist die Römische Kurie als Stellverstretungs- und Hilfsorgan zur Seite gestellt. Um einen Einblick in die Struktur und die Arbeitsweise der Kurie zu gewinnen, begaben sich 38 Studierende und Lehrende des Kirchenrechts, der Theologie und der Rechtswissenschaften vom 13. bis 19. Februar 2011 nach Rom. Dort besuchten sie eine Vielzahl von kurialen Behörden und befassten sich in mehreren Arbeitssitzungen mit zentralen und aktuellen Fragen zur Leitung der Gesamtkirche.

 

Das seit 2002 jährlich durchgeführte Seminar fand unter der Leitung von Prof. DDr. Elmar Güthoff (Ludwig-Maximilians-Universität München, Universität Augsburg und Universität Potsdam) für Studierende und Lehrende des Kirchenrechts der Universitäten München, Augsburg, Potsdam und Eichstätt statt. Ziel des Seminars war es, den Aufbau und die Einrichtungen der Kurie mit ihren konkreten Aufgabenbereichen kennenzulernen. Selbst für viele Theologinnen und Theologen sowie Kirchenrechtlerinnen und Kirchenrechtler scheint die Kurie oft ein weit entferntes, vielleicht sogar „unnahbares“, Organ zu sein. Nun konnten sich die 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer davon überzeugen, dass dies keineswegs zutrifft und in den kurialen Behörden Fachleute (Kleriker und Laien) aus verschiedenen Ländern und Sprachgruppen arbeiten, die sich sehr engagiert um die Anliegen der Gesamtkirche, der Teilkirchen und der Gläubigen kümmern.

 

Die Besuche in den Dikasterien, wie beispielsweise dem Staatssekretariat, der Apostolischen Signatur, der Römischen Rota, der Kongregation für die Glaubenslehre, der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, der Kongregation für den Klerus, der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, der Kongregation für das katholische Bildungswesen sowie dem Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte, gaben Einblicke in die vielfältigen Aufgabenbereiche, Kompetenzen und Vorgehensweisen. Die rechtlichen Grundlagen der Kurie wurden in Arbeitssitzungen an den Päpstlichen Universitäten Gregoriana, Lateran und Santa Croce sowie am Päpstlichen Institut für Arabische und Islamische Studien in Form von Referaten erarbeitet.

 

Besondere Höhepunkte waren die persönlichen Gespräche mit Kurt Kardinal Koch (Präsident des Rates zur Förderung der Einheit der Christen), Erzbischof Francesco Coccopalmerio (Präsident des Rates für die Gesetzestexte), Bischof Juan Ignacio Arrieta (Sekretär des Rates für die Gesetzestexte), Erzbischof Claudio Maria Celli (Präsident des Rates für die sozialen Kommunikationsmittel), Bischof Frans Daneels OPraem (Sekretär der Apostolischen Signatur), Erzbischof Cyril Vasil’ SJ (Sekretär der Kongregation für die Orientalischen Kirchen), Erzbischof Celso Morga Iruzubieta (Sekretär der Kongregation für den Klerus) sowie Bischof Enrico dal Covolo SDB (Rektor der Päpstlichen Lateranuniversität).

 

Ein außerordentliches Erlebnis stellte für viele die Begegnung mit dem Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. im Rahmen der Generalaudienz dar.

Das Seminar hat gezeigt, dass die Theorie nur einen Teil des Wissens ausmacht. Die persönliche Begegnung mit der Römischen Kurie vor Ort brachte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Leitung der Gesamtkirche in vielerlei Hinsicht näher.

 

Sabine Heidl und Alexander Kuhn

Meldung vom 24.02.2011