
Das Blockseminar begann am Abend des 25. Februar 2007 mit einem Besuch in der Benediktinerabtei und Päpstlichen Universität S. Anselmo mit Führung und Empfang durch Abtprimas Notker Wolf. Nach der Vesper ermöglichte ein Abendessen im Refektorium ein erstes zwangloses Kennenlernen der interuniversitären Seminargruppe.
Am Montag, dem 26. Februar, stand ein Studientag an der Päpstlichen Universität Antonianum auf dem Programm. Hochkarätige Referenten, u.a. Prof. Dr. Eckart Klein, Leiter des Menschenrechtszentrums an der Universität Potsdam und Mitglied des Menschenrechtsausschusses der Vereinten Nationen, Prof. Mons. Mariano Fazio, Rechtsphilosoph und derzeitiger Rektor der Päpstlichen Universität Santa Croce in Rom, oder die Professoren Jorge Horta OFM und Claudio Papale sprachen unter dem Vorsitz von Rektor Johann Baptist Freyer OFM und S.E. Velasio de Paolis über verschiedene Aspekte des Schutzes von gutem Ruf und Intimsphäre im kirchlichen, staatlichen und übernationalen Recht.
Am zweiten Seminartag standen der Gerichtshof der Römischen Rota und das Höchste Gericht der Apostolischen Signatur auf dem Programm, wo die Gruppe jeweils von Mitarbeitern empfangen und in die Arbeit der Gerichte eingeführt wurde. An der Rota Romana war es Prälat Dr. Joesph Huber, welcher den Studierenden Einblick in die Arbeit eines Rota-Richters gewährte, an der Apostolischen Signatur nahmen sich S.E. Velasio de Paolis persönlich sowie P. Dr. Frans Daneels OPraem und P. Prof. Dr. Nikolaus Schöch OFM der Studierenden an. Am Nachmittag durften die Seminarteilnehmer das Päpstliche Institut für Kirchenmusik besuchen und an der Probe einer Schola teilnehmen. Anschließend referierten Studierende in einer Arbeitssitzung am Institut über einen Teil derjenigen Dikasterien, die im Rahmen des Blockseminars nicht besucht werden konnten.
Die Besuche der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung sowie des Rates für die Gesetzestexte lieferten einen überaus positiven Eindruck vom helfenden Selbstverständnis der Römischen Kurie und ihrem echten Bemühen, den vielfältigen Problemen der Weltkirche gerechtzuwerden.
Beim Päpstlichen Rat für die Gesetzestexte
Anschließend vertieften die Teilnehmer in einer Arbeitssitzung an der Päpstlichen Universität Gregoriana ihre Kenntnisse der Römischen Kurie und lernten eine der ehrwürdigsten römischen Bildungsstätten kennen. Am Abend wurde die Seminargruppe beim Verfassungsgericht der Republik Italien empfangen, durch Bibliothek und Sitzungssäle geführt und mit den Aufgaben des Gerichtshofes vertraut gemacht.
An den beiden folgenden Seminartagen wurden die Kongregationen für die Glaubenslehre, für die katholischen Ostkirchen und das katholische Bildungswesen besucht, wo sich jeweils anregende Gespräche mit den Mitarbeitern ergaben. Vorher führten Augsburger Studierende durch ihre Referate die Teilnehmer in die zu besuchenden Behörden ein.
Besuch bei der Kongregation für das katholische Bildungswesen
Unbestrittener Höhepunkt war der Besuch des Staatssekretariats, wo sich der Kardinalstaatssekretär persönlich für die Gruppe Zeit nahm und sein Interesse vor allem auch an den Augsburger Studierenden bekundete.
Nach einer arbeits- und lehrreichen Woche klang das Seminar mit einer Führung durch die Vatikanischen Gärten und einem Gottesdienst am Campo Santo Teutonico aus. Für die Teilnehmer hat der kirchenrechtliche Terminus des Apostolischen Stuhls ein konkretes Gesicht bekommen.

Geruhsamer Ausklang einer arbeitsreichen Seminarwoche: die Vatikanischen Gärten
Meldung vom 21.03.2007