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Johann Nepomuk Oischinger (1817-1876)

Der Münchener Privatgelehrte Johann Nepomuk Oischinger gehört zu den heute vergessenen Außenseitern in der katholischen Philosophie und Theologie um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Da er niemals ein akademisches Amt innehatte und an modernen Strömungen (Güntherianismus) wie restaurativen Tendenzen (Neuscholastik) seiner Zeit gleichermaßen heftige Kritik übte, wurde seine rege Publikationstätigkeit schon zu Lebzeiten nur wenig zur Kenntnis genommen. Die Indizierung seines Buches über Thomas von Aquin (1859) stellte ihn endgültig ins Abseits. Das Projekt möchte ihn als eigenständigen Denker der nachidealistischen Epoche vorstellen, bei dem (u.a. in der Trinitätstheologie und im Bemühen um eine „trinitarische Ontologie“) Motive anklingen, die im 20. Jahrhundert allgemeine Verbreitung erfahren haben.