Warum gerade Umweltethik?
Normative Fragen können grundsätzlich unter zwei Gesichtspunkten beantwortet werden: Funktional und ethisch.
Funktionale Bewertung und Handlungsbegründung kann sich dabei letztlich immer nur auf Eufunktionalität beziehen - also darauf, dass etwas funktioniert anstatt verhindert zu werden. Es fehlt ihr jedoch ein Letztkriterium dafür, welche Funktionen sein sollen und welche nicht.
Ethische Bewertung und Handlungsbegründung bezieht einen Standpunkt, der dieses Letztkriterium bildet und Eufunktionalität nochmals darauf hin befragen kann, ob sie "wirklich" gut (eu steht im Griechischen für gut) ist. Auch rechtliche Normen lassen sich, wenn man den Dezisionismus einer rein positivistischen Position vermeiden will, letztbezüglich nur mit Rekurs auf die Ethik begründen (ohne dass das Rechtsprinzip mit dem Moralprinzip verwechselt werden muss).
Will man die Legitimität von Maßgaben für umweltbezogenes Handeln bewerten und begründen, so ist daher der Schritt in die Ethik nötig. Deren Kompetenz zu vermitteln ist zentrale Aufgabe des Masterstudiengangs. Weil man aber Ethik nicht betreiben kann, ohne über Kompetenzen in den Sachfragen zu verfügen, und weil ethische Maßgaben durch rechtliche flankiert werden müssen, wenn sie wirksam sein sollen, ist der Studiengang interdisziplinär angelegt.
Diese Antwort ist zu knapp? Das ist der Grund, weshalb es Umweltethik als Studiengang gibt: Nicht nur ethische Fragen, sondern auch die Fragen nach der Ethik sind anspruchsvoll und bedürfen Zeit zu ihrer Beantwortung.