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Unser Titelbild


Was sehen Sie auf diesem Bild? Gott? Den Logos? Den ersten Menschen? Die Leere?


In principio, 1991 original: 45,5 x 75 cm

Das Bild von Wolfgang Lettl (* 1919 in Augsburg)
zu sehen im Museum für Surreale Kunst (Lettl-Atrium)
(IHK-Gebäude, Stettenstraße 1-3)

Mo-Fr von 8-19.30 und Sa-So 11-16 Uhr.
Führungen jeden ersten So im Monat
Tel: 0821-551642.

Der Text im Ausstellungskatalog zitiert unter diesem Bild die ersten drei Verse des Johannes-Evangeliums.
    Im Anfang war das Wort,
    und das Wort war bei Gott,
    und das Wort war Gott.
    Im Anfang war es bei Gott.
    Alles ist durch das Wort geworden,
    und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
Daneben noch das Gedicht von Heinz Ratz:
    Ich bin der erste Mensch. Ich sitze auf dem Thron.
    Ich ähnle darin meinem Nachwuchs schon.
    Mein Kopf ist eine harte, hohle Hülle,
    ein Windfang höchstens, ein Gefäß aus Ton.

    Ich sehe öde Erde, endlos bis zum Horizont.
    Ich schmecke mich. Ich fühle mich besonnt.
    Ansonsten aber bin ich dumpf wie dieser Stein,
    nur daß der Stein nicht warm ist und nicht blond.
    Ich denke, aber weiß nicht was. Ich fühl' mich nur allein.

    Am Ende sitz' ich bis zuletzt die Stunden platt.
    Die Langeweile ist so groß und glatt!
    Hat denn mein Dasein keinen andern Sinn als - Gaffen?
    Wie bin ich dieses Spiel der Sinne satt:
    nur sehen, riechen, schmecken - geringer als die Affen!

    Jedoch, ich denke nicht! Mein Kopf ist eine Höhle,
    nach hinten offen für das Windgegröle. -
    Da rollt ein Wortball auf mich zu in Schleifen.
    Als erstes greif' ich "Ich", dann "Himmel" und dann "Föhle",
    nein: "Fölle", - nein: "Hölle"! - und beginne zu begreifen!

    entnommen aus dem Lyrikband:
    Heinz Ratz: "Am Abgrund aller guten Gründe", Geest Verlag 2000