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Tagung zum Liber Pontificalis


Der Liber Pontificalis - ein Schlüssel zur europäischen Geschichte

Rom, 21. - 24. November 2018

Die Tagung nimmt den sogenannten Liber Pontificalis und damit ein Schlüsseldokument europäischer Geschichte in Spätantike und Mittelalter in den Blick. Die sukzessiv gewachsene, offiziöse Sammlung römischer Bischofsgesta ist bekanntlich nicht nur eine, wenn nicht sogar die zentrale Quelle für die spätantike, früh- und hochmittelalterliche Papstgeschichte, sondern auch unverzichtbar für die Erschließung der Geschichte der Stadt Rom. Das Bischofsbuch gewährt darüber hinaus Einblicke in die römische Wahrnehmung und Beurteilung von Ereignissen und Entwicklungen im gesamten christlichen Europa. Mit der Tagung wird eine umfassende Würdigung dieses über Jahrhunderte gewachsenen Werks als Ganzes angestrebt. Zugleich soll die Bündelung und Weiterführung verschiedener epochaler, thematischer und methodischer Schwerpunktsetzungen ermöglicht werden. So soll die Konferenz zu einem umfassenden Verständnis von Genese, Funktion, Nutzung, Rezeption und Verbreitung von Textinhalten und Handschriften sowie Rom- und Papstbildern beitragen und auf diese Weise die Bedeutung des Liber Pontificalis für die Geschichte des Papsttums und Europas neu, umfassend und differenziert erörtern.

Dazu werden in der ersten Sektion neuere Diskussionen über die Genese und Funktion(en) früher Textschichten sowie zugrunde gelegte Quellen und redaktionelle Techniken aufgegriffen. Die zweite Sektion lenkt den Blick auf Erweiterungen und Verwendungen des Buchs im gesamten europäischen Frühmittelalter. Innerhalb der dritten Sektion liegt der Fokus auf hochmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Wiederaufnahmen und Rezeptionen des Werks. Die vierte Sektion thematisiert schließlich die forschungsgeschichtlichen Voraussetzungen der bis heute maßgeblichen Editionen Louis Duchesnes und Theodor Mommsens aus dem späten 19. Jahrhundert.

Indem die Tagung namhafte Liber-Pontificalis-Expertinnen und -Experten und einschlägige Nachwuchsforscherinnen und -forscher aus mehreren europäischen Ländern zusammenbringt, kann sie einen wesentlichen Anstoß für die Neuedition des Textes auf der Basis heutiger textkritischer Paradigmen und Methoden geben und die Konzeption neuer Forschungsprojekte zum Themenkomplex anregen.

Vonseiten der Universität Augsburg ist der Lehrstuhl für Kirchengeschichte (Dipl.-Theol. Matthias Simperl) an der Organisation der Tagung beteiligt; Kooperationspartner sind der Lehrstuhl für Geschichte des Mittelalters der FAU Erlangen-Nürnberg (Prof. Dr. Klaus Herbers) und das Römische Institut der Görres-Gesellschaft. Das detaillierte Programm der Tagung finden Sie hier.

Meldung vom 23.10.2018