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Warum Umweltethik?

Einführung

Die ökologischen Herausforderungen haben im 21. Jahrhundert an Brisanz eher gewonnen als verloren. Um diesen Herausforderungen gewachsen zu sein, bedarf es einerseits umfassenden Sachwissens, das von den Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften in den unterschiedlichen Disziplinen erarbeitet werden muss. Daneben aber sind immer wieder auch die Zusammenschau der einzelnen Sachfragen und die Beurteilung der ökologischen Probleme aus einer normativen Perspektive nötig. Ökologie ist eine Querschnittsdisziplin: Ökologische Kompetenz verlangt daher nach Interdisziplinarität. Wo mit dem interdisziplinären Zugriff dann Lösungen für die ökologischen Probleme gesucht werden, aber bedarf es zusätzlich einer normativen Kompetenz, die begründen kann, weshalb eine Antwort auf ein bestimmtes Problem als gut und daher auch wirklich als Lösung betrachtet werden kann.

 

Die normative Frage in der Ökologie ist die Frage der Umweltethik. Die Vermittlung der normativen Kompetenz ist daher das Kernanliegen des Masterstudiengangs Umweltethik. Da die Umweltethik erst konkret werden kann, wenn sie sich auch zu den Sachfragen kundig macht, ist der Masterstudiengang zugleich interdisziplinär angelegt.

 

Mit dem Fokus auf die ethische Kompetenz und seiner interdisziplinären Ausrichtung ist der Masterstudiengang Umweltethik einzigartig in der deutschen Studienlandschaft.

Warum gerade Umweltethik?

Normative Fragen können grundsätzlich unter zwei Gesichtspunkten beantwortet werden: Funktional und ethisch.

Funktionale Bewertung und Handlungsbegründung kann sich dabei letztlich immer nur auf Eufunktionalität beziehen - also darauf, dass etwas funktioniert anstatt verhindert zu werden. Es fehlt ihr jedoch ein Letztkriterium dafür, welche Funktionen sein sollen und welche nicht.

Ethische Bewertung und Handlungsbegründung bezieht einen Standpunkt, der dieses Letztkriterium bildet und Eufunktionalität nochmals darauf hin befragen kann, ob sie "wirklich" gut (eu steht im Griechischen für gut) ist. Auch rechtliche Normen lassen sich, wenn man den Dezisionismus einer rein positivistischen Position vermeiden will, letztbezüglich nur mit Rekurs auf die Ethik begründen (ohne dass das Rechtsprinzip mit dem Moralprinzip verwechselt werden muss).

Will man die Legitimität von Maßgaben für umweltbezogenes Handeln bewerten und begründen, so ist daher der Schritt in die Ethik nötig. Deren Kompetenz zu vermitteln ist zentrale Aufgabe des Masterstudiengangs. Weil man aber Ethik nicht betreiben kann, ohne über Kompetenzen in den Sachfragen zu verfügen, und weil ethische Maßgaben durch rechtliche flankiert werden müssen, wenn sie wirksam sein sollen, ist der Studiengang interdisziplinär angelegt.

Diese Antwort ist zu knapp? Das ist der Grund, weshalb es Umweltethik als Studiengang gibt: Nicht nur ethische Fragen, sondern auch die Fragen nach der Ethik sind anspruchsvoll und bedürfen Zeit zu ihrer Beantwortung.

Ziele des Studiengangs

Ziel des Studiengangs ist es, Studierende multidisziplinär mit den Dimensionen ökologischen Handelns und ökologischer Problemfelder vertraut zu machen sowie zur ethischen Integration fachwissenschaftlicher Zugänge zu befähigen.

Der interdisziplinären Anlage entsprechend, sind die vom Masterstudiengang Umweltethik vermittelten Kompetenzen vielfältig. Ihr Fokus jedoch liegt in der Vermittlung normativer Kompetenz, die erforderlich ist, um umweltspezifische Maßgaben und Maßnahmen von ihrer Zieldimension her bewerten und begründen zu können. Dabei vermittelt der Studiengang auch die spezifisch geisteswissenschaftlichen Kompetenz, eine Zusammenschau der verschiedenen disziplinspezifischen Fragestellungen und Antworten zu leisten.

Erlangt werden soll auf diese Weise zum einen eine auf Umweltfragen und ökologische Heraus­forderungen bezogene generelle fachliche, analytische und strategische Kompetenz, zum andern eine ethisch-argumentative sowie kommunikative Kompetenz, die in besonderer Weise das Profil des Umwelt­ethikers/der Umweltethikerin auszeichnen soll.

Im Einzelnen zielt der Masterstudiengang daher darauf ab: